Visionssuche

Vier Tage und Nächte in der Natur, allein und fastend. Begegnung mit der äußeren – und inneren - Wildnis. Ein altes indianisches Ritual führt moderne Menschen zu sich selbst 

Es ist kalt. Der Regen fällt nieselnd, wie dünne Fäden. Ich trage alles, was ich an Kleidern dabeihabe: Hosen, Leggings, Socken, Hemden und Pullis. Darüber noch eine Regenhose und -jacke, die Kapuze über meine Stirn gezogen. Trotzdem fließt das Wasser meinen Nasenrücken hinunter und tropft von der Spitze, stetig und wie ein Eiszapfen.

Wieso um alles in der Welt tue ich mir das an? Habe mich mutterseelenallein für vier Tage und vier Nächte in die Natur begeben, um nach „Visionen“ zu suchen - nach dem tieferen Sinn meines Lebens, nach meinen nächsten Schritten, wie es privat für mich weitergehen soll. Fragen, wie sie fast jeder irgendwann kennt. Dabei könnte ich jetzt zuhause liegen, warm eingekuschelt im Bett, im Fernsehen ein guter Film. Trotzdem, seit ich das erste Mal vor ein paar Jahren von einer Freundin über Visionssuchen hörte, blieb es in meinem Kopf hängen. Als sich dann die Möglichkeit in Österreich auftat, war klar: Ich gehe.

Mutig habe ich mich gefühlt, als ich in der Früh um sechs mit meinem Rucksack in den Wald gestapft bin durch den feuchten Nebel. Über den satten, grünen Waldboden und schimmerndes Moos, über Baumwurzeln, Pilze und Farn. So ein ähnliches Gefühl, wie als ich damals den ersten Tag in die Schule ging; oder als ich dann von zuhause auszog; oder als ich das erste Mal allein verreiste: Abenteuer, Lebendigkeit, die ganze Welt vor mir – und das Unbekannte. Das macht Angst – und gibt gleichzeitig Kraft. Was wird, alleine und ungeschützt, da draußen passieren?

 

Weg zu mehr Klarheit

Die wichtigsten Elemente der Visionssuche, erklärt uns Sylvia Wollwert, unsere Gruppenleiterin, sind das Unbekannte und der Verzicht: auf Nahrung, auf Gesellschaft und auf den Schutz eines Hauses. Ohne Essen, ohne Ablenkung durch Fernsehen, Bücher, Musik und Menschen wird die Natur zum Spiegel unserer Seele, zu einer Herausforderung an unser Selbst. Mit Hilfe der Visionssuche können Menschen die Nabelschnur zur Zivilisation durchtrennen. Sie begeben sich in der Wildnis auf den Weg zu sich selbst und beginnen eine Reise in die innere Wildnis: durch den Dschungel ihrer Wünsche, Ängste und Selbstzweifel - zu mehr Stärke, Freude und Klarheit. Um sich im Leben mit der eigenen Wahrheit zurecht finden zu können. So die Aussage diverser Bücher und Websites zum Thema (siehe Kasten „Informationen über Visionssuchen“).

 

Die indianische Tradition

Am meisten bekannt ist die Visionssuche heute in der Tradition der nordamerikanischen Indianer, da diese sie von allen Völkern am stärksten lebendig erhalten haben. Obwohl die amerikanische Regierung den Indianern bis Mitte der 70er Jahre ihre eigenen Zeremonien verboten hatte, praktizierten sie vor allem die Lakota geheim weiter. Seit den 70er Jahren lehrten viele indianische Älteste, darunter Sun Bear, Black Elk und John Fire Lame Deer, ihre Rituale auch an Weiße und Europäer. Die Visionssuche, an der ich mit vier anderen im Südburgenland teilnehme, ist in indianischer Tradition.

 

Globales Phänomen

Visionssuchen werden nicht nur von den nordamerikanischen Ureinwohnern, sondern auf der ganzen Welt ausgeübt. Die Mythologie, die religiöse Praxis, die mündlichen Überlieferungen und die Literatur aller Völker sind gespickt mit dem, was Visionssuche meint: Übergang und Initiation, die Suche nach dem Sinn, das Ringen um ein Gesicht, eine Offenbarung, eine Erleuchtung, die Lösung eines oder des Rätsels des Lebens.

Die Beschreibungen von Übergangsriten aus aller Welt füllen längst die Wände der ethnographischen Bibliotheken. Ob die Initianden für eine gewisse Zeit von der Gemeinschaft abgesondert werden, angefangen von drei, vier Tagen (in Nord- und Südamerika und Indien) über mehrere Monate (bei den Massai Ostafrikas, den Fiannas im alten Irland, in Neuguinea und beim „Walkabout“ der australischen Aborigines) bis hin zu mehreren Jahren (in Kambodscha); ob sie ohne Licht in Hütten eingeschlossen werden (wie bei den Yabin oder den Bukauas, bei den islamischen Sufis oder in Nepal), in Hängematten unter einem Gerüst von Ästen aufgehängt werden (wie bei den Chirigano- oder Mascusi-Indianern) – immer geht es um die Grenzüberschreitung in die innere und äußere Wildnis.

 

Gibt es bei uns Vergleichbares?

Bei uns gab es tatsächlich Ähnliches zur indianischen und anderen Visionssuchen. Im Laufe der Jahrhunderte jedoch, vor allem im Mittelalter während der Inquisition, wurden diese Traditionen verboten und gerieten später im Zuge der Industrialisierung fast völlig in Vergessenheit. Die „Edda“, eine altnordische Liedersammlung, die im 13. Jahrhundert niedergeschrieben wurde, beschreibt eine Form der Visionssuche. Die Initiation fand hierbei an der „Weltenesche Yggdrasil“ statt. Dieser heilige Baum, eine gewaltige, immergrüne Esche, gliederte für unsere vorchristlichen Vorfahren die Welt. An diesem Baum fand neun Tage und Nächte lang, allein und fastend, die Visionssuche statt.

Weitere zahlreiche Hinweise darauf, dass die Praxis der Visionssuche in unserer Kultur lebendig war, legen Berichte von Prophezeiungen, Eingebungen, Auditionen (Stimmen) und Visionen (Bilder), wie wir sie in der Bibel finden, nahe. Viele Textstellen weisen erstaunliche Parallelen mit der modernen Praxis der Visionssuche. In der großen Mehrzahl der Berichte werden die Botschaften in der freien Natur empfangen, nicht selten in der Wüste, auf „Heiligen Bergen“ oder in Höhlen, fastend und allein. Die Auserwählten, die sie erhalten, werden durch außerordentliche Ereignisse und existenzielle Krisen dahin getrieben.

Die kulturgeschichtliche Forschung hat sogar gezeigt, dass die Erfahrung der Visionssuche an der Wurzel aller großen Religionen liegt: nicht nur Jesus, sondern auch Mohammed und Buddha haben wesentliche Einsichten gefunden, während sie fastend in der Wildnis waren. Noch heute werden die jungen Mönche in den thailändischen Waldklöstern oder in Japan alleine in die Wildnis geschickt, um über das Geheimnis von Tod und Wiedergeburt zu meditieren.

 

Die Natur ist die beste Lehrerin

           Solche Fragen beschäftigen mich jetzt nicht. Dafür aber Angst und Zweifel; Gefühle, mit denen ich mich bisweilen herumschlage. Nachdem ich den ersten Tag hauptsächlich schlafend verbringe, erlebe ich am zweiten, was es bedeutet, der „inneren Wildnis“ zu begegnen. Es ist nicht schön. Stunde um Stunde hocke ich in meinem „Kreis“ – der Platz, an den sich der Suchende zurückzieht. Kein Handy, kein Radio, nicht einmal Essen oder ein Buch: Ich bin völlig auf mich zurückgeworfen, nichts, was mich von mir ablenken könnte. Hat es gestern noch geregnet, glüht heute die Sonne und ich sitze an einen Baum gelehnt im Schatten. Und kann nichts machen. Kein Davonlaufen. Nur fühlen, wie mein ganzer verdrängter Seelenmüll hochkommt: Unzufriedenheit mit mir selbst, Perfektionismus, Ängste, ungelöste Konflikte.

          Ich schaue in den Himmel und beobachte einen Buzard, wie er in Kreisen immer höher fliegt. Erleichterung durchflutet plötzlich meine Seele, die Enge um mein Herz weitet sich. Gedankenblitze, Bilder, „Visionen“ fließen durch mich – dass auch ich wie der Buzard aufsteigen kann, jederzeit, über das, was mich herunterzieht. Ich muss mich nicht ständig mit meinen Ängsten und Zweifeln herumschlagen. Es ist okay, sie mal zu fühlen. Es ist aber auch okay, sie dann loszulassen und aufzusteigen.

 

Eine etwas andere Medizin

           Die Buzarde sollen in diesen Tagen für mich eine besondere Rolle spielen. Ich entdecke gleich neben meinem Kreis einen Horst, und die Jungen und die Eltern, die eifrig mit Futter hin und her fliegen, bescheren mir noch viele Einsichten. Auch ein Wildschwein, das mich des nächtens besucht und eine Waldmaus, die immer wieder auftaucht, lösen bei mir Bilder aus. Im Sprachjargon der Visionssuche würde man sagen, sie sind meine „Medizin“ oder auch meine „Lehrer“, da sie mir Einsichten und Visionen bringen, die mir auf meiner Suche weiterhelfen. Auch andere Tiere, Pflanzen und sogar das Wetter können Medizin und Lehrer sein.

Was genau jeder auf einer Visionssuche erlebt und für sich erfährt ist ganz unterschiedlich und individuell. Verbindend ist allein die Tatsache, dass jeder für sich selbst seine ganz eigenen Antworten findet, die ihn befähigen, auf eigenen Beinen zu stehen. Es gibt keinen Therapeuten oder Guru, der Anweisungen gibt, und es entstehen keine Abhängigkeiten. In der Nähe halten sich zwar die Gruppenleiter auf, im Falle eines Notfalles (siehe auch Kasten „Der Ablauf einer Visionssuche“), und auch in der Vor- und Nachbereitungszeit werden persönliche Gespräche zur Unterstützung geführt - aber in der Zeit „draußen“ ist man ganz auf sich gestellt. Das soll so sein.

 

Übergangsritus

          Es geht ans Eingemachte. Visionssuche klingt zwar romantisch, ist es aber überhaupt nicht, bettet nicht in rosasüße Wolken ein. Tag um Tag allein – es sind zwar „nur“ vier, die haben´s aber in sich: So schön manche Stunden sind, in denen Frieden und innere Ruhe und Zufriedenheit einkehren, so hässlich sind viele andere der Einsamkeit, Angst, Langweile und Zweifel. Kein Fernsehen, Essen oder andere Bequemlichkeiten, um es zu versüßen und verdrängen. So beglückend, leicht und spielerisch manche Begegnungen mit Wald und Tieren sind – wunderbare Sonnenuntergänge, bunte Schmetterlinge und Vögel -, so beängstigend oder unangenehm sind viele andere wie der harte Waldboden, beißende Zecken und das große Wildschwein in unmittelbarer Nähe, das lebensbedrohlich und wild wirkt. Alles ist echt.

Das „wirkliche“ Leben: In den Tagen im Kreis wird mir klar, dass ich irgendwo doch insgeheim darauf gewartet habe, dass mir irgendjemand sagt, wie ich mein Leben führen soll, anstatt selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen. Es fällt mir wie Schuppen von den Augen. Mir wird auch bewusst, dass ich den Übergang von einem zum nächsten Lebensabschnitt nie ernsthaft  gegangen bin. Erstkommunion, Firmung, Führerschein, Uniabschluß – das waren Ersatzrituale, die mir mehr Fragen hinterlassen als Antworten geschenkt haben und mir das Leben flach erschienen liessen. Jetzt begehe und feiere ich endlich meinen Eintritt ins Erwachsenenalter.

Am letzten Tag genieße ich in vollen Zügen dieses Innehalten und die Chance, mein Leben zu betrachten. So schnelllebig ist unsere Zeit, und noch nie hatte ich soviel Ruhe, um anzuschauen, wo ich herkomme, wo ich bin, und wo ich hingehe. Spürte ich in den ersten Nächten noch eine große Angst vor der Finsternis des Waldes, erlebe ich in der letzten das Wunder des Sternenhimmels, des Mondes und das geheimnisvolle Flüstern des Windes in den Blättern. Und fühle mich in der Natur einfach nur geborgen.

         

Die Rückkehr

          Als ich am fünften Morgen bei Sonnenaufgang meinen Schlafsack packe und langsam durch den Wald gehe, bin ich wegen des Fastens ein wenig wackelig auf den Beinen. Aus der Ferne sehe ich durch die Bäume das Feuer vom Lager, wo die Gruppenleiter auf uns warten. Mir steigen Tränen hoch, so gut tut es, wieder unter Menschen zu sein. Als sie dann auf mich zurennen und mich mit einem lauten, freudigen „Willkommen“ begrüßen, kann ich nicht mehr anders, ich weine. Und lache gleichzeitig. Nach und nach kommen die anderen aus dem Wald zurück, mehr Tränen fließen. Auch in den nächsten Tagen, als wir in der Nachbereitung stundenlang im Kreis sitzen, erzählen und zuhören, fließen immer wieder Tränen - der Freude. Daß wir als Heldinnen dieses Abenteuer bestanden haben.

          Auch jetzt, ein paar Monate später, hält die Kraft an, wird sogar immer stärker. Nur noch wenige Ängste und Zweifel, die Fragen um meine private Zukunft sind geklärt. Ich weiß, was ich vorhabe. Mein Alltag ist dabei leichter, verspielter und fließender geworden. Meine „Vision“ ist nichts Weltbewegendes, keine zehn Gebote, aber für mich ist sie das größte Geschenk, das ich in den vier Tage und vier Nächten im Wald erhalten habe: Das Fühlen, wie wertvoll das Leben und was für ein großartiges, wunderschönes Abenteuer es ist.

 

KASTEN

 

Der Ablauf einer Visionssuche

 

1. Vorbereitung

Drei intensive Tage lang, von frühmorgens bis spätabends, werden die „Visionssuchenden“ auf die Zeit „draußen“ vorbereitet. In Gesprächsrunden werden traditioneller Hintergrund sowie zeitgemäßer Sinn und Zweck erklärt. Praktische Übungen helfen, das gewohnte Leben hinter sich zu lassen, die Wahrnehmung zu schärfen und sich dem Wald und der Natur anzunähern. Der Umgang mit möglichen praktischen Schwierigkeiten, die auftreten können, wird besprochen. Außerdem werden eine Reihe verschiedener Rituale und Zeremonien gelehrt, die helfen, um mit inneren Herausforderungen wie Angst, Zweifel, Unruhe oder Langeweile umzugehen. Auf einer Wanderung findet jeder Teilnehmer seinen Platz und bringt sein Wasser – für die vier Tage zwischen 12 und 16 Liter – dorthin. In persönlichen Gesprächen wird die Absicht des jeweiligen Visionssuchenden herausgearbeitet, wofür er „hinausgeht“.

 

2. Die Zeit draußen

 Frühmorgens geht jeder hinaus. Um seinem Platz zieht man mit Maismehl einen zimmergroßen Kreis, der symbolisch schützt und die Absicht verstärkt. Den Kreis verläßt man nur, um die Blase zu entleeren und um jeden Morgen ein Bändchen an einem nahegelegenen, vereinbarten Ort anzubringen, damit die Gruppenleiter wissen, alles ist okay. Außerdem trägt man als provisorisches Warnsignal für Notfälle eine Trillerpfeife bei sich. Gegessen wird nichts, nur Wasser getrunken. Geschlafen wird auf einer Isomatte und im Schlafsack, ohne Zelt, nur mit einer Plastikplane oder einem Biwak im Falle von Regen. Am fünften Morgen bei Sonnenaufgang packt man seine Sachen, verläßt den Kreis und kehrt wieder zum Lager zurück.

 

3. Nachbereitung

 Drei Tage lang werden die Erfahrungen integriert und das Fasten gebrochen. In langen Gesprächrunden erzählt jeder von seinen Erfahrungen, was er daraus gelernt hat und wie er das in seinem Leben umsetzen möchte. Es wird erklärt, wie man die Kraft und Einsichten, die draußen gewonnen wurden, in das Alltagsleben mitnehmen kann. Ein Jahr lang wirkt die Visionssuche intensiv nach.
KASTEN

 

Interview mit Sylvia Wollwert, 37 Jahre, seit zehn Jahren Visionssucheleiterin und Geschäftsführerin vom Verein „healing nature“

 

Was ist die Visionssuche?

 Ein Übergangs- und Initiationsritus, der einem hilft, seine Position im Leben einzunehmen. Die Visionssuche ist heutzutage dringend notwendig und kommt immer mehr aus der Vergessenheit zurück, sucht sich wieder ihren Platz. Sie ist eine Form um zu sehen, wie stehe ich im Leben, welche Möglichkeiten habe ich, welche Richtung gehe ich. Sie hilft, Kraft zu bekommen und dem Leben „ja“ zu sagen.

 

Wer kann auf Visionssuche gehen?

 Jeder, der in sich den Impuls fühlt – von Jugendlichen bis hin zu alten Menschen. Ich habe schon mit 70jährigen gearbeitet. Sie ist besonders geeignet für Übergänge und Krisenzeiten im Leben. Etwa um eine persönliche Krise zu meistern und beenden, um mehr Klarheit und Harmonie zu bekommen, Loslösung vom Elternhaus, eine Trennung oder Scheidung, sich mit etwas Vergangenem aussöhnen, den eigenen Beitrag für die Welt erkennen. Alle persönlichen Themen können bearbeitet werden.

 

Wer sollte nicht auf Visionssuche gehen?

 Die Teilnehmer füllen einen Fragebogen aus über ihre körperliche und psychische Verfassung. Ich führe dann persönliche, individuelle Interviews mit ihnen um zu beurteilen, ob jemand in der Verfassung ist, vier Tage und Nächte alleine in der Natur zu verbringen. Die meisten Menschen können das. Wenn sie unter ärztlicher oder psychologischer Behandlung stehen, ist es wichtig, dass Rücksprache mit dem Arzt oder Therapeuten gehalten wird. Auf keinen Fall auf Visionssuche gehen sollte ein Mensch, dem es aufgedrängt wird und es nicht wirklich aus eigenem Impuls möchte.

 

Was bewirkt die Visionssuche?

 Am stärksten deutlich wird das bei Jugendlichen. Sie sind ungemein erleichtert, dass sich endlich jemand mit ihnen auf eine Art und Weise beschäftigt, die sie anspricht und sie verstehen. Da erlebe ich oft, dass ihre vorherige Haltung von „Ich hab´ keinen Bock auf diese Gesellschaft“ und ihr angstbesetztes „Ich muss das und das machen – Abitur, Ausbildung, was auch immer -, sonst geht nichts“ durch die Visionssuche verändert wird zu einem „Ja“. Sie entdecken ihre Identität und kehren zurück mit einer großen Lust, ihr Leben selbständig zu führen – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie ihren eigenen Platz innerhalb der Gesellschaft finden wollen. Bei Erwachsenen und alten Menschen beobachte ich ähnliches – Resignation, Frustration und Verwirrung werden ersetzt durch Kraft, Erfüllung und Klarheit.

 

Was bedeutet die Visionssuche für Sie persönlich?

 Das erste Mal auf einer Visionssuche war für mich, wie ins Leben wachgeküsst zu werden. Es war eine mystische Erfahrung, die sich Worten entzieht, eine Initiation ins Leben inklusive allem was auf der Erde pulst. Ich habe dadurch begriffen und gefühlt, dass ich ein Teil des Kreislaufes der Schöpfung bin. Die meisten Menschen, die auf Visionssuche gehen, erleben das ähnlich; es ist jedes Mal für mich ein Geschenk, wenn sie zurückkommen und dieser Funke in ihren Augen glüht.

 

Sylvia Wollwert wurde ausgebildet durch Sun Bear und den Bear Tribe, Steven Foster und Meredith Little von den School of Lost Borders, Californien. Der Verein „healing nature“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Übergangsriten wie die Visionssuche Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Menschen wieder zugänglich zu machen, um wichtige Übergänge im Leben markieren und Krisen bewältigen zu können. healing nature, Sylvia Wollwert, Unter dem Dornbusch 13, D-31552 Apelern, Tel. 0049-5723-987293, info@visionssuchen.de , www.visionssuchen.de

KASTEN

Gründe, auf Visionssuche zu gehen

·       Sie wollen eine persönliche Krise meistern und beenden

·       Sie spüren eine Veränderung, wissen aber noch nicht wohin

·       Sie möchten wichtige Entscheidungen fällen und kundtun

·       Ihr Leben fühlt sich zur Zeit gut an und Sie möchten es feiern

·       Sie stehen an der Schwelle zu einer neuen Lebensphase

·       Sie wollen eine Trennung oder Scheidung besiegeln

·       Sie wollen eine neue Beziehung beginnen

·       Sie möchten Ihren Ängsten begegnen und sie in Kraft verwandeln

·       Sie möchten sich von Ihrem Elternhaus lösen

·       Sie möchten sich mit etwas Vergangenem aussöhnen

·       Sie möchten Zeit haben zu trauern und sich zu verabschieden

·       Sie möchten Abhängigkeiten und einschränkende Muster zurücklassen

·       Sie möchten mehr Vertrauen in sich entwickeln und sich wertschätzen

·       Sie wollen mehr Klarheit und Harmonie in Ihr Leben bringen

·       Sie möchten Ihren Platz im Leben finden