Healing Nature – Blog
Podcast: Die Natur als Heilerin und Therapeutin – ein Interview von Sandra Schilling-Engi (Kraftbaum) mit Sylvia Wollwert

Sylvia Wollwert erlebte 1991 ihr erstes Übergangsritual. Während einer vom Chippewa Indianer Sun Bear geleiteten Visionssuche in den Wäldern des Wendlands (und nicht etwa Nordamerikas) erfuhr sie tiefe, liebende Bedingungslosigkeit und damit eine tiefgreifende Heilung ihrer Beziehungen. Nach der Rückkehr aus der 4 Tägigen Auszeit fühlte sie sich auf eine weise lebendig und richtig, die sie vorher nicht für möglich gehalten hätte.

Endlich wusste sie, was sie wirklich wollte, was sowohl für sie selbst als auch für andere Menschen und die Natur sinnvoll sein könnte – eine angestrebte Karriere als Filmemacherin war damit passé und die bis heute andauernde Reise zur Weisheit und Liebe der Erde begann. healing nature, der Name unter dem Sylvia Visionssuchen, Ausbildungen und Naturseminare anbietet ist Programm. Immer geht es darum, dass die Natur uns als bedingungsloses Gegenüber Halt und Heilung anbietet und gleichzeitig ist sie auf unsere Liebe angewiesen, um selbst heil zu bleiben.

Dein Pitch: Eine kurze Begegnung, in der Du 10 Sekunden Zeit hast zu beschreiben was Du machst (in Bezug auf die Natur und Deine Arbeit).

Ich unterstütze Menschen darin, Antworten auf wichtige Lebensfragen im Spiegel der Natur zu finden. Ich selbst verstehe mich als Vermittlerin, als diejenige, die einen Termin bei der eigentlichen Therapeutin, der Natur macht und dem Klienten hilft möglichst vorsortiert und mit klarem Auftrag in die Therapiesitzung zu gehen und unterstütze ihn anschliessend beim Einordnen der Erfahrungen.

Wie ist Deine ganz persönliche Beziehung zur Natur/dem Wald?

Die Natur ist mein Zuhause, der Ort, an dem ich mich immer geliebt und angenommen fühlen kann.

Hast Du einen Lieblingsplatz in der Natur und wie sieht dieser aus?

Es gibt verschiedene Plätze, weil ich viel reise, aber oft ist es ein großer, alter bemooster Baum an dem ich lehne oder in dessen Wurzelarme ich mich setze.

Lichte Buchenwälder und sanft hügelige Landschaften in denen sich Wiesen und Wälder abwechseln öffnen sofort mein Herz, weil sie mich an meine Heimat die Eifel erinnern.

Gibt es ein Wald-/Naturerlebnis das Dich persönlich ganz besonders geprägt hat? Was ist es, das Dich noch heute an diese Situation erinnert und was hast Du daraus für Dein Leben mitgenommen?

Unter einem Jasmin vor den Toren eines Frauenklosters auf den Nadelfelsen in Meteora vor einer Gruppe junger Männer „unsichtbar“ zu sein und die Nacht dort geborgen und geschützt zu verbringen.

In welchen Situationen suchst Du ganz bewusst den Wald auf?

Wenn ich innere Ruhe finden und mich wieder verbinden will. Leider sind die Wälder bei mir vor der Haustür nur eine Ansammlung von Bäumen, die ständig „gemolken“ und „ausgenutzt“ werden- dort spüre ich neben Verbindung immer wieder auch Trauer, Unruhe und Ärger über die menschliche Selbstbedienungsmentalität.

Was hat Dich dazu bewegt, die Natur/den Wald in Dein berufliches Tun einfliessen zu lassen?

Meine erste Visionssuche und das tiefe Gefühl angekommen zu sein und mich “ da draussen“ geliebt und angenommen zu fühlen.

Welche Personen möchtest Du mit Deinem Angebot ansprechen?

Ansprechen möchte ich jeden, denn im Grunde genommen sollte jeder Mensch wenigstens einmal in seinem Leben eine solch tiefgreifende Verbindung mit sich selbst und der Natur erfahren haben, wie sie die Visionssuche ermöglicht.

Und viele die zu mir kommen, spüren, wie in der klassischen Heldenreise einen Ruf, bzw sind an einem Punkt, an dem etwas in ihnen oder gar im außen danach schreit bemerkt und gewürdigt zu werden, das kann positiv (Öffnung für Partnerschaft oder Kind etc.) wie negativ sein (Trennung, Jobverlust, Krankheit). Sie spüren, dass sie diesem „Ruf“ irgendwann folgen müssen, denn manche lassen sich relativ lange rufen, bis sie sich schliesslich entscheiden – weil sie wissen, dass es zwar in den Wald, aber nicht zu einem Spaziergang geht…

Was möchtest Du den Personen, die Dich auf Deinen Natur- und Waldgängen begleiten mitgeben, beziehungsweise worin möchtest Du sie unterstützen?

Außer Freunde, bei einem privaten Spaziergang begleite ich niemanden: das Prinzip meiner Arbeit beruht darauf, dass niemand meine Hilfe im eigentlichen Kontakt mit der Natur braucht und dass die Natur die Therapeutin und Heilerin ist, nicht ich, ich vermittle nur. Die Leute gehen also immer alleine in die sogenannte Schwelle, egal wie lange, ob nun auf einen kurzen Gang von einer halben Stunde oder bis zu vier Tagen und Nächten.

Hast Du einen Tipp wie wir unsere Gesundheit mit einem Natur-/Waldbesuch besonders stärken können?

Einen Baum umarmen, (nachdem du einen gefunden hast, der das möchte) atmen, wirklich anwesend sein und am Ende: dem Baum danken.

Jeder bewusste wirklich anwesende Moment in der Natur ist heilsam für beide Seiten.

Was liegt Dir noch am Herzen, das Du uns mit auf den Weg geben möchtest?

Ich wünsche mir, dass die Menschen dankbar für die Schönheit der Natur sind und keine Angst haben, den Schmerz und die Trauer zu fühlen, die sich beim Anblick der Zerstörung und Verletzung regen, die durch uns Menschen geschieht. Ich glaube, nur wenn wir verbunden bleiben und mehr und mehr Verbindung zulassen (und damit Gefühle), werden wir genug Kraft und Motivation haben zu handeln, damit unsere Kinder und Enkel auch noch eine Natur haben, in der sie zuhause sein können.

Deine Buchempfehlungen

Marascha Daniela Heisig „Sinn finden in der Natur

Clemens Arvay „der Biophilia Effekt

Geseko von Lüpke „Zukunft entsteht aus Krise“ und andere des Autors

Hast Du ein eigenes Buch oder ein weiteres Online-Angebot?

Mitautorin von „Räder des Lebens“ Kapitel über das Medizinrad Sun Bears. Hrsg. Bögle/Heiten

Kannst Du eine Ressourcenquelle empfehlen?

School of Lost Borders, USA, Bärenstamm, Visionssuche Netzwerk

Website

www.healing-nature.de

Kontaktdaten

Sylvia Wollwert, Schaumburger Str.2, 31698 Lindhorst 0049-5725-7094730

s.wollwert at visionssuchen punkt de

Einmal, am Rande des Hains,
stehn wir einsam beisammen
und sind festlich, wie Flammen
fühlen: Alles ist Eins.

Halten uns fest umfaßt;
werden im lauschenden Lande
durch die weichen Gewande
wachsen wie Ast an Ast.

Wiegt ein erwachender Hauch
die Dolden des Oleanders:
sieh, wir sind nicht mehr anders,
und wir wiegen uns auch.

Meine Seele spürt,
daß wir am Tore tasten.
Und sie fragt dich im Rasten:
Hast Du mich hergeführt?

Und du lächelst darauf
so herrlich und heiter
und: bald wandern wir weiter:
Tore gehn auf..

Und wir sind nichtmehr zag,
unser Weg wird kein Weh sein,
wird eine lange Allee sein
aus dem vergangenen Tag.

Aus: Dir zur Feier (1897/98)

Rainer Maria Rilke